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Historische Romane aus dem 2. für das 21. Jh.

Die Romane :



Begleitmaterial :

Mittwoch, 1. April 2015

"Atheisten raus! Christen raus! Und erst recht Epikureer raus!"

Was hebt unter den zu Unrecht fast vergessenen Werken der Literatur des Römischen Imperiums gerade Lukian und seinen "Lügenpropheten" so außerordentlich hervor? Eine Antwort ist, dass ihr Verfasser sich gerade in diesem Text als Vorreiter des skeptischen Denkens entpuppt, der in einer weithin von Aberglauben und mehr oder minder Behauptungen hinterfragt, statt sie zu glauben. Lukian von Samosata, dieser gelehrte Spross der Hauptstadt des untergegangenen Königreichs Commagene, hat vor allem als Satiriker einen Namen; seine Götterkomödien sind für Leser, die als Kinder mit den "Sagen des Gustav Schwab" aufgewachsen sind, bis heute vergnüglich zu lesen - oder sie wären es, wenn sie gerade im deutschen Sprachraum nicht unter staubrieselnden Übersetzungen leiden würden, bei denen dem Betrachter eher die Augen tränen. 

Der "Muppetgott" Glykon - sein dämlicher
Gesichtsausdruck scheint alles zu sagen
 
Sein Gegenspieler in "Die Schlange und ihr Priester", der Sektenguru Alexandros von Abonuteichos, erinnert an eine kuriose Mischung aus Rasputin, Bhagwan und einer Prise Siegfried & Roy. Lukian gleicht seinerseits einem antiken James Randi in seinem Bemühen, Alexandros' Zaubertricks aufzudecken, mit denen Illusionisten wie Spiritisten bis heute Erfolg haben - seine Tätigkeit als Sektenführer des "Muppetgottes" Glykon dagegen hat ihre modernen Gegenbilder in Bhagwan, Jim Jones oder L. Ron Hubbard. Und auch in den wahrscheinlich begründeten Anschuldigungen wegen Kindesmissbrauchs steht Alexandros als zeitlos aktuelles Mahnmal nicht nur für die katholische Kirche da. Aus gutem Grund hatte sich der Glykonkult solch eine wirklich ausgefallene Kombination von Todfeinden zugelegt: Atheisten, Christen (!) und die Anhänger des skeptischen Philosophen Epikur hatten gefällig zu verschwinden, wenn Guru Alexandros auf die Bühne trat. Und sie bekamen es wortgewaltig zu hören.
Eigentlich war "Die Schlange und ihr Priester" für März angekündigt, aber so ist das, wenn man einen selbstständigen Hauptberuf hat: Ganz plötzlich sind die Auftragsbücher voll und die Termine eng, und die Buchbearbeitung bleibt notgedrungen liegen ...  Aber es kommt! Ganz sicher.
 

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